Wind im Dezember
Vergleicht man die Strompreise an der Strombörse EPEX vom Dezember und dem Vormanat fällt auf, dass sich doch deutliche Preisunterschiede erkennen lassen. Die EPEX ist Teil der European Energy Exchange (EEX) und damit von dem Marktplatz für Energie in Europa. Als öffentlich-rechtliche Institution vereint sie rund 200 Teilnehmer aus 19 Ländern und zählt damit zu den grossen Handelsplätzen.
Nun, die Preise am EEX-Spotmarkt haben Signalwirkung und spiegeln so manche Entwicklung wieder. Eben dies ist im Vergleich zwischen November und Dezember 2011 schön zu erkennen. Im November noch lag der Preis für eine Megawattstunde Strom im Schnitt bei fast 55,00 Euro für “Base Load”. Damit wird die Grundauslastung eines Tages abgedeckt. Für den Spitzenbedarf “Peak-Load” wurde dagegen fast 70 Euro für eine Megawattstunde Strom bezahlt.
Im Dezember dagegen vielen die Preise. 42,90 Euro und rund 53,50 Euro waren danach für die Megawattstunde Strom der beiden Lasttypen durchschnittlich zu zahlen und damit rund 22% weniger.
Für ein Wintermonat mit wenig Solarstrom ein beachtlicher Wert, der zuletzt im August 2012 erreicht wurde. Geschuldet ist dieser Preisrückgang dem starken Wind und damit den hohen Erträgen an Windstrom. Dadurch wurde ein weiterer Spitzenwert erzielt: Noch nie wurde in einem Monat so viel Windstromerzeugt wie im Dezember 2011.
Die Entwicklung wird auch weiter gehen, denn gerade im Off- Shore Bereich sind immer grössere Anlagen geplant. Die Anlagenhersteller arbeiten an der 20 Megawatt- Klasse und an neuen Konzepten spezieller Anlagen für die Nutzung auf dem Meer. Stromkabelhersteller haben Produktionsengpässe genug leistungsstarke Seekabel zu liefern. In einigen Jahren wird die Windenergie der wichtigste Bereich auch in der Grundversorgung werden, denn die Regelfähigkeit normaler Kohlekraftwerke ist weiterhin schlecht und schafft technische Probleme.
